Gerzen online

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Der Ort

Urkundlich geht die Gründung des Dorfes Gerzen in das Jahr 854 zurück. In der Chronik des Klosters Corvey wird das Dorf erstmalig als Gherdageshusi erwähnt, als die dort ansässigen Brüder Helmric, Athelheri und Brucheri ihren gesamten Besitz dem Kloster übereigneten. Somit konnte im Jahre 2004 das 1150 - jährige Bestehen des Dorfes gefeiert werden.

Der Ort liegt im Leinebergland südlich von Alfeld an der Bundesstraße 3. Diese Straße ist - natürlich unter anderer Bezeichnung - bereits im Jahre 150 n. Chr. als Wegeführung vom Nordmeer über Augsburg nach Genua geschichtlich erwähnt. Am Durchgang von Rettberg und Humberg wurde im Jahre 1771 die heutige „Sprengelei“ als Zollhaus erbaut. An der Straße nach Grünenplan zwischen dem Reuberg und dem Steinberg erinnern noch heute Erdwälle und Grenzsteine an eine ehemalige Landwehr als Grenzbefestigung zwischen den Verwaltungsbereichen des Herzogtums Braunschweig und des Bistums Hildesheim.

War Gerzen bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf,so nahm mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Hannover - Göttingen in den Jahren 1853/54 die Industrialisierung in der damaligen Kreisstadt Alfeld an Bedeutung zu und Gerzen entwickelte sich mehr zu einem Wohnort. Dieser Strukturwandel wurde durch den Bau der Kolonie  „ Buchenbrink “ in den Jahren 1900 - 1906 eingeleitet und hat sich bis zum heutigen Tage fortgesetzt. 

Heute beträgt die Anzahl der Häuser in Gerzen 334, die Anzahl der Straßen 23.

Die St. Michaeliskirche wurde als Nachfolgebau einer abgebrannten Holzkirche im Jahre 1768 erbaut. Mit ihr verbunden war eine bereits 1680 urkundlich erwähnte Kirchenschule. 1805 wurde diese Schule durch einen Neubau neben der Kirche ersetzt. Durch die Anlage der Kolonie „ Buchenbrink “ mit insgesamt 36 Wohnhäusern wurde 1905 ein Schulraum in dem dort erstellten Geschäftshaus für 32 Kinder eingerichtet. Im Jahre 1910 wurde schließlich für alle Kinder des Dorfes eine neue Schule erstellt, in der noch heute die Grundschule für die Orte Gerzen und Warzen  sowie der Kinderspielkreis untergebracht sind. 

Der Friedhof wurde 1884 vom Kirchgrundstück an die jetzige  Blumenstraße verlegt, 1962 erweitert. 1963 wurde eine Friedhofskapelle erstellt. 

Nach der seit 1900 bestehenden Pflichtfeuerwehr wurde 1922 die Freiwillige Feuerwehr Gerzen ins Leben gerufen. Sie war in dem 1916 errichtetem Gebäude am Anger untergebracht. Das heutige Spritzenhaus befindet sich neben der 1972 gebauten Sporthalle. Das alte Spritzenhaus wird vom Alfelder Luftsportverein Thermik genutzt. 

Der Sportplatz wurde 1972 eingeweiht. Hinter der Sprengelei sind noch 2 Tennisplätze vorhanden. Die Sportanlagen werden nicht nur vom „Turn- und Sportverein Gerzen“genutzt, sie stehen auch anderen Sportvereinen der Stadt Alfeld zu Verfügung. 

Das kulturelle Leben wird außerdem vom „Männer - Gesang - Verein Gerzen“ mit angeschlossenem Frauenchor und der Instrumentalgruppe, dem Gospelchor, dem DRK, dem Kinderspielkreis, der Schule,  der Freiwilligen Feuerwehr, dem „Heimatverein Gerzen“ sowie weiteren örtlichen Vereinen, Verbänden und Organisationen und auch der Kirche geprägt. 

Der Heimatverein hat durch Anpachtung die ehemalige Tonkuhle vor der völligen Zerstörung bewahrt. Nach dem 1. Weltkrieg war diese ein Waldschwimmbad, wo eine Vielzahl von Gerzern das Schwimmen erlernten, nach 1954 war sie Ausgrabungsstätte für Amoniten und versteinerten Tintenfischen.  Mit dem Bau einer Schutzhütte an der Tonkuhle wurde ein Anziehungspunkt für Wanderer geschaffen. 

Mit der Gebietsreform 1974 wurde aus der bis dahin selbstständigen Gemeinde Gerzen ein Ortsteil der Stadt Alfeld ( Leine ). Hier ist auch der Sitz der Verwaltung, derzeitig mit dem Bürgermeister  Bernd Beushausen an der Spitze. In der nur zwei Kilometer von Gerzen entfernten Kernstadt sind alle infrastrukturellen Einrichtungen, wie Krankenhaus, sämtliche Schulformen, Sporthallen, beheiztes Freibad, Hallenbad, Kindergärten, Polizei, Finanzamt, Katasteramt, Außenstelle des Landkreises Hildesheim,  Amtsgericht, Heimatmuseum, Bücherei, Bahnhof u.a. vorhanden.

Gerzen hat einen Ortsrat, der sich aus 3 Mitgliedern der SPD und einem Mitglied der CDU und einem Mitglied der BAL zusammensetzt. Ortsbürgermeister ist derzeit Rolf Mönkemeier.

Die Gesamtfläche des Gemeindegebietes von Gerzen beträgt 3.247.250 qm, davon sind 329.306 qm bebaut, die Waldflächen umfassen 958.931 qm, 1.634.671 qm werden landwirtschaftlich genutzt. 

Die höchste Erhebung in der Gerzer Gemarkung ist im Bereich des Fernsehumsetzers auf dem Reuberg mit 328,2 m. Dieser „Fernsehturm“ wird so auch wegen seiner markanten Erscheinung im Volksmund häufig schmunzelnd als „Gerzer Wahrzeichen“ bezeichnet.